Knapp 400 Teilnehmer machen den Ammersee Triathlon zum Festival

Bayerischer und oberbayerischer Titel für Riederauer Nachwuchs

„Hoffentlich hört es auf aus Kübeln zu gießen“, waren die Gedanken von Gerhard Linke und Jörg Fürtig, den beiden Organisatoren des 19. Ammersee Triathlon, als sie morgens zusammen mit den vielen Helfern um fünf Uhr die letzten Aufbauarbeiten erledigten. Und tatsächlich stoppte der Regen so rechtzeitig, dass die Rahmenbedingungen zum Start der ersten Altersgruppe nahezu optimal waren. Und damit war das Fundament für ein wahres Triathlon Festival gelegt. Mit knapp 400 Teilnehmern verzeichnete die 19. Auflage des Ammersee Triathlon einen neuen Teilnehmerrekord und das kompakte Veranstaltungsformat sowie die teilweise hochklassigen Startfelder erzeugten zusammen mit den vielen motivierten Helfern und den zahlreichen Betreuern und Zuschauern eine tolle Stimmung rund um das Gelände am Ammersee Gymnasium. Wie bei keinen anderen Sport wird dieses Flair beim Triathlon aus der einzigartigen Mischung unterschiedlicher Leistungsklassen in demselben Wettkampfformat erzeugt. So konnten beim Ammersee Triathlon „blutige Anfänger“ im „Schnuppertriathlon“ erste Wettkampferfahrungen sammeln und gleichzeitig die oberbayerische und bayerische Nachwuchselite mit dem Abschlusswettkampf ihre Meister küren.

Und dabei räumte auch der veranstaltende SC Riederau ab. Chiara Lang holte sich den zweiten Platz im Wettbewerb der Schülerinnen A und sicherte sich dadurch den Sieg in der Einzelwertung zum oberbayerischen Meister. Ein ebenso beherztes Rennen von ihrer Mannschaftskollegin Amelie Baierl (9. Platz) sorgte bei für den dritten Platz im oberbayerischen Gesamtklassement. „Zwei Nachwuchsathletinnen auf dem Stockerl, schöner geht es nicht!“, resümierte Gerhard Linke. Der Ammersee Triathlon war dieses Jahr aber nicht nur letzter Teil der oberbayerischen Meisterschaftsserie, sondern ebenso Abschluss für den Bayerischen Jugend Cup, mit dem die bayerischen Meister ermittelt werden. Chiara Lang konnte sich hier den Vize-Titel sichern und die Freude war noch größer, als klar war, dass sie sich zusammen mit Amelie Baierl, Skadi Kühl und Paulina Enzensberger auch den bayerischen Mannschaftstitel holen konnte.

Durch die Starter im Bayerischen Jugendcup war das Leistungsniveau insgesamt auf einem sehr hohen Level. Der bayerische Kaderathlet Fabian Kraft (Altersklasse Junioren; Distanz 750 Meter Schwimmen, 20,5 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen) aus Erlangen sicherte sich mit komfortablen Vorsprung die Tagesbestzeit und gewann damit natürlich auch seine Altersklasse. Wie viel seine Zeit wert war, war auch daran abzulesen, dass er dem Sieger im Elite-Feld der Erwachsenen, Henrik Becker vom Team Collyhyaleen fast drei Minuten abnahm. Und Becker ist immerhin amtierender Vize-Europameister in der Altersklasse 35. Bei den Damen ging der Tagessieg an Tina Wirths aus Bad Reichenhall.

Neben dem leistungsorientierten Nachwuchs und dem entsprechende Elitefeld war der Ammersee Triathlon aber auch ein Angebot an den Breitensport: „Wir haben uns sehr gefreut, dass wir mit knapp 30 Schnuppertriathleten und über 70 Teilnehmern auf der Volksdistanz auch die Hobbysportler erreichen und damit immer neue Leute für unseren Sport begeistern können“ freute sich Jörg Fürtig. Sieger auf der Schnupperdistanz (200 Meter Schwimmen, 8,5 Kilometer Radfahren, 2 Kilometer Laufen) wurden Anna Baumgarte aus Erlangen und Niklaus Höfter aus Seeshaupt. Auf der Volksdistanz (400 Meter Schwimmen, 16,5 Kilometer Radfahren und 4 Kilometer Laufen) gewannen Tino Hedrich aus Dornbirn und Rebecca Büttner vom M-Race Team. Einen Melderekord gab es auch bei der Firmen- und Familienstaffel, die von der Familie Lysk gewonnen wurde. Letztes Highlight der Veranstaltung war schließlich die Kids- und Youngsterstaffel, ein besonderes Angebot an Schüler und hier siegten Helene Bertz, Leopold Albrecht und Max Stadler.

„Es war einfach eine fantastische Stimmung und wir bedanken uns bei Gemeinde, Landkreis, Feuerwehr, Strandbad, Ammersee Gymnasium, Kampfrichtern und den zahlreichen freiwilligen Helfern, die den vielen Sportlern einen super Wettkampf ermöglicht haben“ lautete dann das Resümee von Gerhard Line und Jörg Fürtig, die den morgendlichen Wetterstress am Ende schon wieder vergessen hatten.